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Remo Gebert

Die Major League der Strikeouts

In der Saison 2016 ist die MLB auf dem Weg, erstmals in ihrer Geschichte eine Strikeoutquote von mindestens 8.0 pro neun Innings (K/9) aufzuweisen. Zum Vergleich: Im Jahr 1992 lagen die ligaweiten Strikeouts bei 5.6 K/9!

Hatte Tim Lincecum vor sechs Jahren mit 9.79 K/9 noch den Ligabestwert, wäre er heute nicht mal mehr in den Top 10 unter den Starting Pitchern. Die MLB hat innerhalb kürzester Zeit einen drastischen Wandel in Sachen Strikeouts erlebt.

Tim Lincecum (Foto von SD Dirk, CC) war zwischen 2008 und 2010 einer der dominantesten Pitcher in der MLB. Neben zwei Cy-Young-Awards wurde dies vor allem an seiner Strikeout-Frequenz deutlich: Er führte in jeder der drei Spielzeiten alle Starting Pitcher in Strikeouts pro neun Innings (K/9) an. 2008 erreichte er 10.51 K/9, 2009 ähnliche 10.42 K/9 und 2010 waren es 9.79 K/9. Sieht man diese Strikeoutwerte in heutigem Kontext, reiht sich Lincecums eher als ein Pitcher mit einem ordentlichen statt ligaweit einzigartigen Strikeoutwert ein.

Besonders deutlich wird die Entwicklung, wenn man noch etwas weiter zurück geht: Im erwähnten Jahr 1992 gab es mit 5.4 K/9 durchschnittlich fast 2,5 Strikeouts weniger pro neun Innings als heute (8.0 K/9). Insgesamt gab es 1992 überhaupt nur vier Starting Pitcher, die mehr als 8.0 K/9 erreichten (einer davon war Hall of Famer Randy Johnson). Zurück ins Jahr 2016, und 45 Starting Pitcher haben mindestens 8.0 K/9! An diese Grenze kratzen mittlerweile sogar auch klassische Groundballpitcher wie Tanner Roark, Rick Porcello oder Jaime Garcia.

Eine Quote von einem Strikeout pro Inning galt selbst noch vor fünf bis zehn Jahren - zu Lincecums genannter Blütezeit - als absolut elitäre Gesellschaft. In der laufenden Saison haben derzeit 26 Starting Pitcher mindestens 9.0 K/9 und werden angeführt von Jose Fernandez (Foto von Arturo Pardavila III, CC) mit unvergleichlichen 13.1 K/9.

Die steile Entwicklung der Strikeouts liegt sicherlich sowohl an den Pitchern als auch an den Hittern. Der frühe Fokus auf eine möglichst hohe Geschwindigkeit der Fastballs sieht mittlerweile auch Starting Pitchers regelmäßig um 95 mph werfen. Ein Wert, der um 2010 selbst bei Relief Pitchern als außergewöhnlich galt. Die Reaktionszeit für die Hitter ist entsprechend geringer und die zweitrangigen Pitches wie Slider oder Changeup werden umso effektiver. Die Hitter hingegen tendieren mehr und mehr zu einer Alles oder Nix-Einstellung á la Adam Dunn oder Carlos Pena, wobei "Alles" gleich Home Run (oder Walk) und "Nix" gleich Strikeout bedeuten.

Es ist eine interessante Entwicklung, die die MLB allein von 1992 über 2010 bis heute genommen hat. Zweistellige Strikeoutwerte von Starting Pitcher in einem Spiel sind keine Seltenheit mehr und es stellt sich die Frage, ob der Trend zum Strikeout noch weiter vorangetrieben wird oder die Hitter dem entgegentreten.

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